Was nicht glücklich macht muss weg

  • was nicht glücklich macht muss weg
  • Aber besonders die sanfte, aber stetige Veränderung, die Billie durchmacht, ist sehr behutsam und nachvollziehbar geschildert.

    Ein warmherziger Roman um lebendige Menschen mit echten Gefühlen. Die Autorin beschreibt mit vielen Bildern und äußerst anschaulich, sodass ich beim Lesen ein wahres Kopfkino laufen hatte.

    Obwohl ich an einigen Stellen herzhaft lachen muss, entgehen mir die ernsten Töne nicht. Mehr sei hier nicht verraten, lasst euch überraschen!

    Diese Komödie ist richtig genial geschrieben und hat mich bestens unterhalten. Als Jonas sie jedoch bittet, zu ihm zu kommen, um auf seinen Sohn August aufzupassen, sagt Billie gleich zu und freut sich auf die neue Aufgabe.

     

    Doch kaum in Köln angekommen, überfallen Billie erste Zweifel.

    Bald muss sie sich der Frage stellen, ob das Leben mit Mitte 50 wirklich schon festgefahren und vorbei ist oder sie sich noch mal völlig neu erfinden kann.  Der heimliche Star des Romans ist der kleine August mit seinem Kindermund. Man spürt zwischen den Zeilen ihre Liebe und Verbundenheit zur Stadt Köln am Rhein.

    Die Geschichte scheint aus dem Leben gegriffen.

    Sehr herzerwärmend fand ich auch Thilo gezeichnet. einfach der kleine August, der seiner Oma schlicht bei der Bodylotionmisere tröstend anbietet, ihr beim Putzen zu helfen, damit sie mit ihm die Freizeit verbringen kann. 

     

    Gut gefällt mir, dass es sich nicht nur um eine flache Unterhaltungskomödie handelt, sondern die Autorin durchaus einige Denkanlässe gibt und ihrer Geschichte auch etwas Tiefe verleiht.

    7) Seit Jahren hat Billie auf so einen Anruf ihres Sohnes Jonas gewartet, seit dieser nach dem Abi nach Köln gegangen ist und den Kontakt auf ein absolutes Minimum beschränkt hat. Carla Berlings Roman ist ein Ja fürs Leben und die Liebe und es ist neben all seiner Komik auch ein gefühlvoller Familienroman und das Buch hat mich viel zum nachdenken gebracht und ich habe meine eigenen Grenzen überdacht und es ist doch so, springt man einmal raus, dann ist man im Trubel, dann erlebt man Neues und wird dadurch wieder zum Kind, das alles neu sieht.

    Auch die anderen Personen sind klischeehaft und überspitzt dargestellt und wirken völlig überdreht. Billig selbst hingegen wirkt oftmals sehr schwermütig, so dass auch recht schnell klar ist, weshalb der Kontakt zu ihrem Sohn nahezu zum Erliegen gekommen ist. 

    Die kleinen dialektischen Einwürfe oder auch Einblicke in das Kölner Stadtleben frischen den Roman zwar gelegentlich etwas auf, dennoch bleibt Schwermut zwischen den Zeilen.

    Fazit: 

    Der Roman "Was nicht glücklich macht, kann weg" von Carla Berling zeigt auf seinen über 280 Seiten, wie sich das Leben verändern kann und wie wichtig es ist, immer ein Fünkchen Hoffnung in sich zu tragen. 

    Eine Geschichte aus dem Leben gegriffen

    „Was uns nicht glücklich macht, kann weg“ - Mit dieser Botschaft wendet sich Carla Berling bereits im Buchtitel an ihre Leser.

    Ein junger Mann verliert seine Ehefrau und muss seinem kleinen Sohn einerseits ein guter Vater sein, aber gleichzeitig seinen Job meistern. 

    Mir gefällt die Ausarbeitung des Mutter-Sohn-Konfliktes sehr gut. 

    Ich mag Billie mit all ihren Eigenheiten und Thilo mit seiner Leidenschaft für den Karneval.

    Rituale und immer die gleichen Tätigkeiten bestimmen ihren Alltag. Er muss beruflich für einige Monate nach London und bittet Mutter und Vater, sich in dieser Zeit um den sechsjährigen August zu kümmern. Hier lernt sie Menschen kennen, die in kein Raster passen und die einfach Glücklich sind und mit bunten Haaren, Eigenheiten und liebenswerten Schrulligkeiten Billies Leben auf den Kopf stellen.

    Besonders amüsant sind die Stellen, bei denen man sich oder Mitglieder seiner Familie wiedererkennt – so wie beim Putzen bevor die Putzfrau kommt, damit es nicht so dreckig ist … 

    Aber auch der frühe Tod der Schwiegertochter und das Zerwürfnis zwischen Eltern und Kind passen gut in die Handlung und werden weder verharmlost noch überdramatisiert.

    Der kleine August erobert ihr Herz mit seiner unverblümten Art im Sturm und schmilzt all ihre Widerstände weg, bis sie sich von ihren eigenen unsinnigen Regeln befreit und endlich glücklich werden kann. Umso gespannter bin ich auf den ersten Band Carlas neuer Mütter Trilogie „Minna: Kopf hoch, Schultern zurück.“, der schon auf meinem SUB schlummert.